Fragen & Antworten
Hier finden Sie Antworten auf viele häufig gestellte Fragen. Dieser Bereich wird im Laufe des Projektes kontinuierlich erweitert.
Allgemein
Rund um den Erdgasspeicher Jemgum: Warum bauen EWE und WINGAS den Speicher Jemgum?
Warum bauen EWE und WINGAS den Speicher Jemgum?
Erdgasspeicher sind entscheidend für eine sichere Energieversorgung – denn erst ihr Einsatz garantiert die stabile Verfügbarkeit des umweltschonenden Energieträgers im benötigten Umfang. Speicher ermöglichen den Ausgleich zwischen Gasproduktion und Gasverbrauch: In Niedrigverbrauchszeiten können überschüssige Mengen aufgenommen, in Spitzenverbrauchszeiten schnell zusätzlich benötigte Gasmengen entnommen werden. Da die Europäische Union immer mehr Erdgas importieren muss, steigt auch der Bedarf an zusätzlichen Erdgasspeichern.
Jemgum verfügt über eine sehr gute Verbindung an das europäische Erdgasleitungssystem. Unter anderem wird Erdgas, das durch die Ostseepipeline Nord Stream von Russland nach Deutschland fließen soll und damit auch zur Versorgung der westeuropäischen Nachbarländer dienen wird, über die geplante Norddeutsche Erdgasleitung (NEL) nach Jemgum transportiert und hier eingespeichert. Weiterhin verlaufen Erdgastransportleitungen verschiedener Erdgasimporteure und Energieversorger in direkter Nähe zum Areal des Gasspeicherstandortes.
Jemgum verfügt über eine sehr gute Verbindung an das europäische Erdgasleitungssystem. Unter anderem wird Erdgas, das durch die Ostseepipeline Nord Stream von Russland nach Deutschland fließen soll und damit auch zur Versorgung der westeuropäischen Nachbarländer dienen wird, über die geplante Norddeutsche Erdgasleitung (NEL) nach Jemgum transportiert und hier eingespeichert. Weiterhin verlaufen Erdgastransportleitungen verschiedener Erdgasimporteure und Energieversorger in direkter Nähe zum Areal des Gasspeicherstandortes.
Seit wann betreiben EWE und WINGAS Erdgasspeicher?
EWE ist seit Mitte der 70er-Jahre im Bereich der Erdgasspeicherung aktiv. Das Unternehmen betreibt zwei Erdgasspeicheranlagen in Huntorf (Landkreis Wesermarsch) und in Nüttermoor, einem Ortsteil von Leer (Ostfriesland). Ein weiterer Erdgasspeicher befindet sich in Rüdersdorf bei Berlin (Landkreis Märkisch-Oderland).
Die 1993 gegründete WINGAS verfügt mit dem Erdgasspeicher Rehden, südlich von Bremen, über den größten Erdgasspeicher Westeuropas. Der Speicher hat eine Kapazität von mehr als vier Milliarden Kubikmetern und erstreckt sich auf einer unterirdischen Fläche von rund acht Quadratkilometern. Er verfügt über rund ein Fünftel der gesamten in Deutschland vorhandenen Speicherkapazität. Mit dem Volumen des Speichers Rehden können über zwei Millionen Haushalte in Deutschland ein Jahr lang mit Erdgas versorgt werden.
Daneben ist das Unternehmen zusammen mit der der österreichischen Rohöl-Aufsuchungsgesellschaft (RAG) und der Gazprom export am Erdgasspeicher Haidach in Österreich beteiligt. Der zweitgrößten Erdgasspeicher Mitteleuropas wurde im Sommer 2007 in Betrieb genommen. Im Speicher Haidach können im Endausbau bis zu 2,4 Milliarden Kubikmeter Erdgas gespeichert werden.
Die 1993 gegründete WINGAS verfügt mit dem Erdgasspeicher Rehden, südlich von Bremen, über den größten Erdgasspeicher Westeuropas. Der Speicher hat eine Kapazität von mehr als vier Milliarden Kubikmetern und erstreckt sich auf einer unterirdischen Fläche von rund acht Quadratkilometern. Er verfügt über rund ein Fünftel der gesamten in Deutschland vorhandenen Speicherkapazität. Mit dem Volumen des Speichers Rehden können über zwei Millionen Haushalte in Deutschland ein Jahr lang mit Erdgas versorgt werden.
Daneben ist das Unternehmen zusammen mit der der österreichischen Rohöl-Aufsuchungsgesellschaft (RAG) und der Gazprom export am Erdgasspeicher Haidach in Österreich beteiligt. Der zweitgrößten Erdgasspeicher Mitteleuropas wurde im Sommer 2007 in Betrieb genommen. Im Speicher Haidach können im Endausbau bis zu 2,4 Milliarden Kubikmeter Erdgas gespeichert werden.
Warum bauen die beiden Unternehmen den Speicher zusammen?
Die geplanten Kavernenspeicher werden zwar unabhängig voneinander von EWE und WINGAS betrieben. Doch durch die Kooperation in der Bauphase sind die beiden Unternehmen in der Lage, die mit dem Bau der Gasspeicheranlagen verbundenen Auswirkungen auf die Region zu minimieren. Das heißt, die Planungen werden im Sinne minimaler Eingriffe in Natur, Landschaft und privates Eigentum abgestimmt. Dieses Vorgehen ist auch im Sinne der Genehmigungsbehörden.
Die Zusammenarbeit bezieht sich insbesondere auf die Planung, Genehmigung und Realisierung der Soleanlagen, die zur Herstellung der unterirdischen Kavernen erforderlich sind. Darüber hinaus werden sich EWE und WINGAS auch bei der Planung ihrer jeweiligen Speicherstationen und der Kavernenstandorte abstimmen, um eine möglichst effiziente Flächennutzung zu gewährleisten.
Die Zusammenarbeit bezieht sich insbesondere auf die Planung, Genehmigung und Realisierung der Soleanlagen, die zur Herstellung der unterirdischen Kavernen erforderlich sind. Darüber hinaus werden sich EWE und WINGAS auch bei der Planung ihrer jeweiligen Speicherstationen und der Kavernenstandorte abstimmen, um eine möglichst effiziente Flächennutzung zu gewährleisten.
Ist die Speicherdienstleistung ein lohnenswertes Geschäft? Wie viel Geld verdienen Sie damit?
Die Erstellung von Gasspeichern ist zunächst einmal mit hohen
Investitionsrisiken verbunden, da nicht jede Erkundung und
Kavernenherstellung zum Erfolg führen muss. Grundsätzlich sind wir
natürlich vom wirtschaftlichen Erfolg dieser Dienstleistung überzeugt.
Wie hoch sind die Kosten für den Speicherbau?
Bis zum Endausbau des Erdgasspeichers werden sich die Kosten für beide
Partner jeweils voraussichtlich auf einen hohen dreistelligen
Millionenbetrag belaufen. Die Kosten sind aber ganz wesentlich abhängig
von der Anzahl der Kavernen und den entsprechenden Betriebsanlagen.
Wie viel Erdgas können Sie in Jemgum voraussichtlich einspeichern?
EWE plant 15 Kavernen mit jeweils bis zu 700.000 Kubikmeter
geometrischen Volumen zu bauen, was einer Kapazität von rund 1 Milliarde
Kubikmeter entspricht. WINGAS will zunächst bis zu 18 Kavernen mit
einem geometrischen Volumen von bis zu 750.000 Kubikmeter realisieren.
Das daraus resultierende Arbeitsgasvolumen für die WINGAS soll 1,2
Milliarden Kubikmeter betragen. Alle Speicher zusammen fassen genügend
Erdgas, um mehr als eine Million Haushalte in Deutschland ein Jahr lang
mit Erdgas zu versorgen.
Welche Art von Erdgas speichern Sie ein?
In den Kavernen kann sowohl H-Gas wie auch L-Gas eingespeichert werden.
H-Gas steht für „high caloric“ (hochkalorisch). H-Gas hat einen um rund
15 Prozent höheren Brennwert und Energiegehalt als das niederkalorische
L-Gas (low caloric). Es macht auch den überwiegenden Teil der
weltweiten Erdgasvorräte aus.
Welche Speicherkunden erwarten Sie?
Der Speicher steht grundsätzlich allen Interessenten zur Verfügung. Wir
gehen davon aus, dass sowohl Erdgashändler als auch Energieversorger
Speicherkapazitäten anmieten werden.
Für welchen Markt ist das Erdgas bestimmt?
Das Erdgas, das in den Speichern gelagert wird, ist vornehmlich für den deutschen und den nordwesteuropäischen Markt gedacht.
Standort Jemgum
Warum wird der Speicher ausgerechnet in Jemgum gebaut und wie profitieren die Bürger in Jemgum davon?
Warum wird der Speicher ausgerechnet in Jemgum gebaut?
Der Bereich Jemgum bietet perfekte Bedingungen für einen leistungsfähigen Untertage-Erdgasspeicher. Die unterirdischen Salzstöcke der Region machen dank ihrer geomechanischen Eigenschaften die Erdgasspeicherung überaus sicher und einfach. Zudem verfügt der hiesige Salzstock über ein großes Kavernenpotential.
Beste Voraussetzungen erfüllt Jemgum bei der Anbindung an das europäische Erdgasleitungssystem. Unter anderem wird Erdgas, das durch die Ostseepipeline Nord Stream von Russland nach Deutschland fließen soll und damit auch zur Versorgung der westeuropäischen Nachbarländer dienen wird, über die geplante Norddeutsche Erdgasleitung (NEL) nach Jemgum transportiert und hier eingespeichert.
Beste Voraussetzungen erfüllt Jemgum bei der Anbindung an das europäische Erdgasleitungssystem. Unter anderem wird Erdgas, das durch die Ostseepipeline Nord Stream von Russland nach Deutschland fließen soll und damit auch zur Versorgung der westeuropäischen Nachbarländer dienen wird, über die geplante Norddeutsche Erdgasleitung (NEL) nach Jemgum transportiert und hier eingespeichert.
Wie profitieren die Bürger in Jemgum von dem Bauprojekt?
Die beiden Unternehmen versuchen schon während des Baus einen großen
Teil der Wertschöpfung in der Region zu lassen. Für den Bau sowie für
den späteren Betrieb werden Abgaben entrichtet, die der Gemeinde Jemgum
zugehen. Zudem werden durch das Speicherprojekt Arbeitsplätze in der
Region geschaffen.
Wie viele Arbeitsplätze werden in Jemgum entstehen?
Bei den Unternehmen selbst werden rund 40 Arbeitsplätze entstehen.
Zudem rechnen wir mit weiteren Arbeitsplätzen in der Zulieferer- und
Dienstleistungsbranche, auf die wir während der Bau- und auch in der
späteren Betriebsphase zurückgreifen werden.
Wie hoch schätzen Sie die Beeinträchtigung der Bevölkerung durch den Bau ein?
Während der gesamten Bauphase ist mit Baulärm und mit Staubbelastung
zu rechnen. Mit einer zusätzlichen Geräuschkulisse muss zudem während
der Bohrphase gerechnet werden. Durch entsprechende Maßnahmen
(Schallschutz, LKW-Reifenwaschanlage, etc.) sollen jedoch die
Beeinträchtigungen so gering wie möglich gehalten werden.
Zeitplan
Der Zeitplan für den Bau des Erdgasspeichers: Welche Faktoren spielen bei seiner Einhaltung eine Rolle?
Wie sieht der Zeitplan für das Projekt Speicher Jemgum aus?
Im März 2008 hat das zuständige Landesamt für Bergbau, Energie und
Geologie in Clausthal-Zellerfeld den Rahmenbetriebsplan, die
grundsätzliche Baugenehmigung erteilt. Seit Juli 2008 wird die
notwendige Infrastruktur für die Errichtung der einzelnen Kavernen
aufgebaut.
Im Januar 2009 wurden die ersten Bohrplätze angelegt, von denen aus die Bohranlagen die nötigen Bohrungen in eine Tiefe von rund 1600 Metern vorgenommen werden können. Im Februar 2010 startete der Prozess der Solung - damit entstehen nun auch die eigentlichen Kavernen. Die Erstbefüllung mit Gas ist ab 2013 vorgesehen. Danach startet auch der Speicherbetrieb.
Wann haben Sie mit den Planungen für den Speicher begonnen? Hängt die Planung mit dem Bau der Ostseepipeline zusammen?
Die Planungen für den Speicher Jemgum laufen seit Anfang 2005. Beide
Unternehmen haben die wachsende Bedeutung des Speichermarktes erkannt
und wollen mit dem Standort Jemgum ihr Geschäftsfeld der
Speicherdienstleistung weiter ausbauen. Unter anderem wird Erdgas, das
durch die Ostseepipeline von Russland nach Deutschland fließt und auch
zur Versorgung der westeuropäischen Nachbarländer dient, über die
Norddeutsche Erdgasleitung (NEL) nach Jemgum transportiert und hier
eingespeichert.
Wie lange wird die Sole eingeleitet?
Mit der Solung wurde im Februar 2010 begonnen. Der Sollbetrieb wird
voraussichtlich bis zu Fertigstellung der beantragten 33 Kavernen dauern
- die Herstellung einer Kaverne beträgt etwa 3 Jahre.
Wann soll der Speicherbetrieb starten?
Der Beginn der Erstbefüllung mit Gas ist ab 2013 vorgesehen. An schließend startet auch der Speicherbetrieb.
Wie lange brauchen Sie, um eine Kaverne zu solen?
Um eine Kaverne im Salzstock herzustellen, muss rund zwei Jahre lang
ausgesolt werden. Ein weiteres Jahr ist für die Herrichtung der
Betriebstechnik und die Gaserstbefüllung vorgesehen.
Wann wird der Speicher endgültig fertig gestellt sein?
Für die Herstellung der beantragten 33 Kavernen wird ein Zeitraum von bis zu 15 Jahren veranschlagt.
Wie lange wird auf dem späteren Betriebsgelände eine Baustelle zu sehen sein?
Es ist geplant, die größeren Bautätigkeiten 2016 abzuschließen.
Genehmigungsprozess
Welche Genehmigungen müssen erteilt werden, um den Bau des Erdgasspeichers zu realisieren? Wie ist der Stand der Dinge?
Welche Genehmigungen sind für den Bau eines Speichers notwendig?
Vor Baubeginn sind zwei öffentlich-rechtliche Genehmigungsverfahren
durchzuführen: Einerseits das bergrechtliche Rahmenbetriebsplanverfahren
mit dem zugehörigen Hauptbetriebsplan und bis zu 200
Sonderbetriebsplänen sowie ein Wasserrechtsverfahren zur Wasserentnahme
aus der Ems und zur Einleitung der Sole.
Wann erwarten Sie die Genehmigung für den Speicherbau bzw. wann haben Sie die Genehmigung erhalten?
Mit der erfolgten Genehmigung des Rahmenbetriebsplans (im März 2008) ist
die Grundvoraussetzung für die Errichtung des Erdgaskavernenspeichers
Jemgum bereits erteilt worden.
Die Einleitstelle für die Sole ist von Ditzum nach Rysum verlegt worden. Wann rechnen Sie hier mit einer Genehmigung?
Die wasserrechtliche Erlaubnis für die Einleitung in Rysum ist vom
niedersächsischen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Ende Juli
2009 erteilt worden.
Kavernen
Wie entsteht ein Kavernenspeicher und wie groß ist eine Kaverne?
Wie entsteht ein Kavernenspeicher?
Ist ein geeigneter Standort für eine Kaverne gefunden, wird eine
Tiefenbohrung vorgenommen, um den Speicherraum herstellen zu können.
Dann folgt der so genannte Solprozess: Dafür werden in das Bohrloch
lange Rohre eingelassen, durch die Wasser in den Salzstock gepumpt wird.
Damit wird das Salz gelöst und ein Hohlraum erzeugt. Die entstehende
Salzlösung, auch Sole genannt, gelangt nach oben und wird dann
abgeleitet. Hat die Kaverne ihr vorgesehenes Volumen erreicht, wird
Erdgas mit hohem Druck in die Kavernen gepresst. Nach dieser
Gaserstbefüllung steht der unterirdische Speicher für den eigentlichen
Gasbetrieb zur Verfügung.
Wie viele Kavernen werden entstehen, wie groß wird eine Kaverne sein?
Derzeit sind 33 Kavernen geplant, von denen WINGAS 18 und EWE 15
Kavernen realisiert. Eine einzelne Kaverne hat ein Volumen von bis zu
750.000 Kubikmetern. Sie wird bis 400 Meter hoch sein und einen
Durchmesser von 80 Metern haben.
Mit welchem Druck lagern Sie das Erdgas ein?
Der Druck innerhalb der Kaverne beträgt maximal 220 bar. Zum
Vergleich: Der Druck von Erdgastanks in Erdgas-PKW beträgt ca. 200 bar.
Für den Transport wird der Druck dem der Erdgasleitungen angepasst.
Der Solprozess
Wie funktioniert das Solen und woher nehmen Sie das Wasser? Wo soll die Sole eingeleitet werden?
Wie funktioniert das Solen?
Für den Solprozess wird Wasser in den unterirdischen Salzstock
geleitet. Damit wird das Salz gelöst und ein Hohlraum erzeugt. Die
entstehende Salzlösung, auch Sole genannt, gelangt nach oben und wird
dann abgeleitet.
Woher nehmen Sie das Wasser?
Für den Solprozess wird Wasser aus der nahegelegenen Ems entnommen.
Wo soll die Sole eingeleitet werden?
Die Sole wird bei Rysum direkt in die Nordsee eingeleitet.
Wie viel Salz wird über die Sole eingeleitet?
Pro Stunde können bei Rysum maximal 4200 Kubikmeter Sole in die
vorherrschende Wassermenge von rund 308 Millionen Kubikmeter eingeleitet
werden.
Wie lange wird die Sole eingeleitet?
Die Solung wurde im Februar 2010 begonnen. Der Sollbetrieb wird
voraussichtlich bis zu Fertigstellung der beantragten 33 Kavernen dauern
- die Herstellung einer Kaverne beträgt etwa 3 Jahre.
Sicherheit
Sind Gasspeicher sicher? Was passiert, wenn der Salzstock undicht wird?
Sind Gasspeicher sicher?
Die Kavernentechnologie ist seit Jahren erprobt und sicher. EWE
selbst betreibt seit fast 40 Jahren Kavernenspeicher an den Standorten
in Huntorf und Nüttermoor
Erdgas kann nur dann explodieren, wenn es sich mit Sauerstoff vermischt und ein bestimmtes Mischungsverhältnis erreicht. In einen unterirdischen Gasspeicher kann aufgrund der Druckverhältnisse im Speicher keine Luft eindringen, so dass auch kein Sauerstoff-Gas-Gemisch entstehen kann.
Erdgas kann nur dann explodieren, wenn es sich mit Sauerstoff vermischt und ein bestimmtes Mischungsverhältnis erreicht. In einen unterirdischen Gasspeicher kann aufgrund der Druckverhältnisse im Speicher keine Luft eindringen, so dass auch kein Sauerstoff-Gas-Gemisch entstehen kann.
Die Kavernen, in denen das Erdgas eingelagert ist, befinden sich zudem in Tiefen von 900 bis 1.600 Metern. Es ist somit gut vor äußeren Einflüssen geschützt
Und sollte es im oberen Bereich der Anlage zu einer Beschädigung kommen, schließt sich in 50 Meter Tiefe automatisch ein „Untertagesicherheitsventil“. Das Erdgas wird so abgeriegelt und kann nicht entweichen.
Was passiert, wenn der Salzstock undicht wird?
Salz eignet sich deshalb so gut für einen Gasspeicher, weil Salz ein
plastisches Material ist, das nicht porös werden kann. Ähnlich wie Glas,
verformt sich Salz sehr langsam, aber stetig. Damit die Kavernen nicht
aus der Form geraten, verbleibt immer das sogenannte Kissengas im
Gasspeicher. Kissengas ist eine Restmenge Gas, die für kontinuierliche
Druckverhältnisse in der Kaverne sorgt.
Könnte es passieren, dass bei einer weiteren Vertiefung der Ems die Speicher beschädigt wird?
Nein. Die Kavernen befinden sich in einer Tiefe/Teufe von 900 bis 1.600
Metern. Eine weitere Vertiefung der Ems kann den Speichern nichts
anhaben.
Besteht eine Erdbebengefahr durch die Realisierung des Speichers?
Die gebirgsmechanische Dimensionierung der Kavernen entspricht dem Stand
der Technik und schließt durch die sichere Auslegung einen
Zusammenbruch der Hohlräume und damit ein mögliches Erdbeben aus.
Umwelt
Wie der Umweltschutz Planung und Bau des Erdgasspeichers Jemgum bestimmt.
Woher nehmen Sie das Wasser?
Für den Soleprozess wird Wasser aus der nahegelegenen Ems entnommen.
Wie wird das Wasser aus der Ems genommen?
Für die Entnahme wird eine Wasserentnahmeeinrichtung errichtet, die das
Wasser rund einen Meter unter der Wasseroberfläche entnimmt und in einem
freien Gefälle durch zwei Rohrleitungen unter dem Emsdeich hindurch dem
Pumpwerk zuführt.
Sind Fische vor dem Einsaugen durch die Wasserentnahmeeinrichtung geschützt?
Durch die Konzeption der Wasserentnahmeeinrichtung wird die
Strömungsgeschwindigkeit so reduziert, dass Fische und Fischlaich vor
einem Einsaugen geschützt sind.
Gibt es etwaige Störungen für den Schiffsverkehr?
Der Schiffsverkehr wird durch die Entnahmestelle nicht beeinträchtigt.
Wo soll die Sole eingeleitet werden?
In den ersten Planungen war zunächst eine Einleitung der Sole in die Ems
im Bereich Ditzum vorgesehen. In umfangreichen Untersuchungen und
Gutachten wurde die Soleausbreitung und die Auswirkung der Sole auf die
Umwelt untersucht. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass Auswirkungen auf
die Ems ausgeschlossen sind. Um die Eingriffe für die Natur jedoch
weiter zu minimieren, ist nun geplant, die Sole direkt in die Nordsee
bei Rysum einzuleiten.
Wie viel Salz wird über die Sole eingeleitet?
Pro Stunde können bei Rysum maximal 4200 Kubikmeter Sole in die
vorherrschende Wassermenge von rund 308 Millionen Kubikmeter eingeleitet
werden.
Wie lange wird die Sole eingeleitet?
Der Beginn der Solung ist für Herbst 2009 avisiert. Der Sollbetrieb wird
voraussichtlich bis zu Fertigstellung der beantragten 33 Kavernen
dauern – die Herstellung einer Kaverne beträgt etwa 3 Jahre.